
Annika
„Hoffnung ist nicht die Überzeugung...“
Lebensmotto
Kein Lebensmotto, aber ein Spruch, den mein Bruder mir nach der Diagnose in einer Karte geschrieben hat, berührt mich jedes Mal wenn ich ihn lese: „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“ (Vaclav Havel)
Gab‘s Veränderungen nach Deiner Diagnose?
Es gab Veränderungen auf mehreren Ebenen: ich habe meine Ernährung angepasst, habe mit einer Therapie gelernt besser mit mir umzugehen, verständnisvoller mir selbst gegenüber zu sein, meine Bedürfnisse wahrzunehmen und zu erfüllen. Außerdem versuche ich mich v.a. darauf konzentrieren, was mir Energie gibt und mich zum Lachen bringt und nicht das, was mir Kraft nimmt, mich stresst oder keinen Spaß macht Gab es einen Turning Point oder ein bestimmtes Ereignis, das für Dich wichtig ist?Es ist kein direktes Ereignis, aber die Diagnose hat mir bewusst gemacht, wie schön kleinere/alltäglichere Dinge vor allem in der Natur sind. Joggen gehen im ruhigen Wald, Sonnenaufgänge mit besonderem Licht, die Aussicht von einem Gipfel - alles fühlt sich besonderer an und ich bin meinem Körper dankbar, das erleben zu dürfen.
Welchen Rat würdest Du einem/r Neudiagnostizierten Patienten/Patientin geben?
Es braucht Zeit die Diagnose anzunehmen, aber es wird leichter und die Verunsicherung geringer. Versuche zuversichtlich zu bleiben und daran zu glauben, dass alles gut wird
Ist für Dich noch etwas wichtig, was man erwähnen sollte?
Auch wenn die Diagnose einschneidend ist, Angst macht, es gibt auch positive Seiten. Versuche sie zu sehen, zu nutzen und als Teil deiner Geschichte zu machen :)
Mein Weg mit MS
Meine Diagnose Multiple Sklerose erhielt ich im Jahr 2019, nachdem im November 2018 mein erster und bisher einziger Schub auftrat. Damals bemerkte ich Sensibilitätsstörungen in der linken Körperhälfte. Mit der Zeit haben sich die Symptome nach und nach zurückgebildet. Heute treten Beschwerden bei mir vor allem in stressigen Phasen auf. Gerade zu Beginn war die Diagnose mit viel Unsicherheit verbunden. Gleichzeitig entstand aber auch der Wunsch, aktiv mit der Situation umzugehen und mich auf die Dinge zu konzentrieren, die ich selbst beeinflussen kann. Ich habe begonnen, mich intensiv mit Themen wie Ernährung, Lebensstil und Stressmanagement auseinanderzusetzen und dafür sogar eine Weiterbildung gemacht. Dieses Wissen hilft mir bis heute dabei, bewusster auf mich und meinen Körper zu achten. Rückblickend habe ich gelernt, dass eine MS-Diagnose